Ausgelesene Tage
Ausgelesene Tage stapeln sich auf meinem Nachttisch, halbleere Gläser reihen sich zum Saum des Abends.
Manche Geschichte so alt, dass du meinst, es müsse deine sein - und du hörst den Himmel aufatmen.
Der Wiedertraum, der Wiedertraum, der sitzt auf einem Birnenbaum.
Und wer am Baum rüttelt, sich umdreht oder lacht,
der wird um seine Ruhe und um den Schlaf gebracht.
In meiner eigenen Geschichte laufe ich umher wie in einem großen Haus und beschließe, mal wieder die Freunde im Seitenflügel meines Lebens zu besuchen: Du darfst in meinem Schmuckkasten und in meiner Keksdose wühlen.
Nach Herzenslust.
Ich hab ein kleines Tier in mir. Das schnurrt, wenn ich lache und ist bös, wenn ich keine Zeit für es habe.
Hörst du die Trommeln an diesem Abend der Sehnsüchte: in die Weite und in die Tiefe, nach Ferne und Nähe, nach Gehen und Bleiben. Sehnsucht der Wildgänse.
Irgendwo im Südpazifik gibt es ein Schiff, das nach mir benannt wurde.
Wir leben hier an der Flussbiegung und auf meinem Dienstagszettel steht, dass ich noch Blumen gießen und über das Wesentliche nachdenken muss.
Verhänge alle Schilder mit bunten Tüchern. (Du hast vielleicht solche Angst, dass dir die Knie schlottern - aber bestimmt kein schlechtes Wetter) Hier ist mal wieder Regenzeit: Der Regenschirm schläft in der Badewanne und auf dem Balkon tummeln sich bald Muscheln.
Auf dem Rücken schlafen die Könige. Ich liege auf dem Bauch, wo ich wortabweisende Träume träume. Fand eine verwinkelte Seele, die ich vor mir aufzufalten suchte.
Geblähte Segel, Verse auf die Fahnen geschrieben, ziehe ich gegen Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln.