Novemberhaus

Das alte Haus, es atmet schwer,
es ächzen seine Bohlen, und verstohlen
schleicht die Unrast hin und her
quietscht die Angel einer Tür
den heiseren Willkommensgruß.

Im Flur, die Hunde schlafen unruhig
darüber in Öl gebannt der Ahn:
Seine Augen glimmen streng
durch die Dunkelheit
den Gang entlang
wandert ein Schritt, dein Schritt.

Es streckt die Hand sich aus und gleitet über
das von Gewohnheit glatt geschliffene Geländer
Stufen stöhnen, wie aus rauher Kehle
und du zählst sehr viele
Schläge einer fernen Uhr.

Der Blick in einen Raum, wo der gedeckte
Frühstückstisch verhalten wartet auf den Tag
als wär auch ihm das Dunkel nicht geheuer
und das Gemäuer
ein anderes in dieser Nacht.

Ein andrer Baum, der seine Äste jetzt ans Fenster schlägt.
Ein andrer Garten, in dem unsichtbar
aus Stein gehaune Tafeln liegen
und die schwache Silhouette einer Säule, leer, so leer...
als wär grad eben erst jemand hinabgestiegen.

Statt Wasser ist nun Moos im Teich
und Blatt und Zweig und Moder
In den Ästen hängen späte Äpfel und geträumte Bilder:
Nacht ohne Mond,
Pferd ohne Zaum.

Ein leises Lied, sehnt sich die Putte
nach dem Samt des ersten Rauhreifs
und nach dem Schlaf darunter
und nach dem Lied unter dem Schlaf.

Dann hält das Haus den Atem an
Lied, Wind und Laub und Frost verirren sich
in einem Traum, in deinem Traum.
Und durch das Fenster, das nicht schließt
kriecht der Geruch nach Nebel
und der Beginn von etwas.